Dubbel

Dubbel

Ein Stil aus dem Welt-Bier-Kultur-Erbe-Land.

Seit 2016 ist die belgische Bierkultur immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Man würdigt damit die historischen Methoden, derer man sich dort befleißigt, etwa Spontangärung, Holzfassreifung, oder den Einsatz von Kräutern, Früchten, Gewürzen. Hinzu kommt die Stilvielfalt. Sie ist enorm, vor allem, wenn man sie an der Größe des Landes misst.

Zahlreiche Bierstile sind in Belgien entstanden. Zum Beispiel Witbier. Oder das spontanvergorene Lambic. Auch die obergärigen Starkbier-Stile Dubbel, Tripel und Quadrupel kommen aus Europas Westen. Sie wurden von den Klosterbrauereien Belgiens kreiert.

Wie bei den meisten Bierstilen kann man auch beim Dubbel nicht genau sagen, wann und wo es entstanden ist. Wie viele alte Stile ist es im Verlaufe langer Prozesse „gewachsen“. Bierstile, so wie wir sie heute kennen, sind ohnehin eine „Erfindung“ des 20. Jahrhunderts. Die Bezeichnungen Dubbel, Tripel und Quadrupel verweisen jedenfalls auf jeweils stärkere Sorten; nicht aber darauf, dass ein Dubbel zweimal vergoren wäre, ein Tripel dreimal, etc.

Eine der vielen Spuren führt in die Trappistenabtei Westmalle. Manche glauben, dass dort das erste Dubbel gebraut wurde. Das ist die Geschichte:

Am 10. Dezember 1836 bekamen die Mönche des Klosters das erste Bier aus eigener Produktion serviert. Es war das einfache Tagesbier. Süffig, dunkel, herzhaft. Zwanzig Jahre später begann man, zuerst nur gelegentlich, mit dem Verkauf an der Klosterpforte. Das Biergeschäft florierte bald, man braute mehr, variierte die Rezepturen. Zum einfachen Klosterbier kam das stärkere Dubbel, die Bezeichnung funktioniert so, wie das italienische „Doppio Malto“. Die kraftvoll-aromatische Alternative war so erfolgreich, dass man die Brauerei erweitern musste.

Anno 1926 wurde das Rezept modifiziert. Durch die Zugabe von karamellisiertem Zucker kamen Aromen nach Karamell und Rosinen im Bier stärker zum Vorschein. Der Alkoholgehalt wurde auf 7 % Vol, eingestellt. So konnte man die damals verbreitete Lust auf starken Stoff befriedigen. Das Westmalle Dubbel gilt heute als vorbildlich für diesen Stil.

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