Dunkler Bock

Dunkler Bock

Ein Bierstil aus dem Mittelalter

„Der beste Trank, den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt“. Dieses Wort wird Martin Luther zugeschrieben. Die Stadt Wittenberg hat ihm im Jahre 1525 zu seiner Hochzeit mit Katharina von Bora etliche Fässer Einbecker Starkbier geschenkt. 

Das Brauwesen veränderte sich mit der Verstädterung im Mittelalter. Es war nicht mehr länger ausschließlich eine Sache der Haushalte, gewerbliches Bierbrauen kam immer mehr auf. Zunächst vorwiegend in jenen Regionen, wo kein Weinbau betrieben werden konnte. In Europa waren das etwa die Britischen Inseln, Nordfrankreich, Flandern und große Teile Norddeutschlands.

Einbeck erlangte 1279 das Stadtrecht und wurde zum regionalen Zentrum von Hopfenbier. Spätestens Mitte des vierzehnten Jahrhunderts wurde Einbecker Bier exportiert. Mit dem Eintritt der Stadt in die Hanse, 1368, stiegen Produktion und Handel des Einbecker Biers stark an. Es wurde zu einem Modegetränk des späten Mittelalters.

Zahlreiche Bürgerfamilien, im 14. Jahrhundert sollen es 700 gewesen sein, erhielten dort das Braurecht ohne Mengenbeschränkung. Die Produktion erfolgte dezentral; Verkauf und Vermarktung wurde vom Stadtrat organisiert. Vor allem gab es schon damals eine städtische Qualitätskontrolle, worauf wohl der gute Ruf des Ainpöckischen gründet. Das Ainpöckische wurde damals unter anderem nach Antwerpen, Riga, Stockholm, Reval und München exportiert.

1612 holt Maximilian den Einbecker Braumeister Elias Pichler an das Hofbräuhaus. Er soll den Münchnern Ainpöckisches brauen – woraus die bairische Mundart wohl bald „A Bock“ gemacht hat. Bis heute hält sich die griffige Stilbezeichnung für bestimmte Starkbiere.
Dunkle Böcke von heute erinnern an ihre Urahnen. Biere waren früher allgemein weitaus dunkler, auch jene der unteren Gewichtsklassen.

Zum Unterschied zu Deutschland, wo sich dunkle Böcke in großer Anzahl tummeln, waren sie in der Alpenrepublik fast ausgestorben. Grund genug für Hannes Leitner, den Freistädter Braumeister, im Jahr 2014 erstmals einen „Black Bock“ herzustellen. Das schwarze Tier gewann auf Anhieb einen European Beer Star in Gold.

German-Style Dunkler Bock gehört beim European Beer Star zu den ersten Kategorien. Sie wird von deutschen Brauereien dominiert. Sieht man vom Jahr 2017 ab. Damals gewann ein brasilianisches Bier, der Baden Baden Bock, vor einem Spanischen, 1906 Black Coupage und einem holländischen, dem Hertog Jan Bockbier.

Von 2004 bis 2018 gingen in dieser Kategorie 20 Beer Stars nach Deutschland, 4 nach Holland, 3 nach Brasilien, jeweils 2 nach Namibia und Österreich und jeweils einer nach Italien und Spanien. 2019 gewinnt 1906 Black Coupage von Hijos de Rivera den European Beer Star in Gold. Silber geht an den Lindeboom Herfstbock aus Holland.

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