Pale Ale

Pale Ale

Bier war dunkel, im England des achtzehnten Jahrhunderts. Man trank Porter. Denn es gelang nur selten, helles Malz herzustellen. Kam einmal ein helleres Bier aus dem Fass, war das Ale ein pale.


1790 machte George Hodgson in Burton-upon-Trent von sich reden. Sein „October Beer“ war stark, lange gereift, ziemlich blass (pale) und sehr beliebt.

Als Exportschlager gelangte es bis in die indischen Kolonien. Ihm wird der Ursprung des „India Pale Ale“ zugeschrieben. Aber das ist eine andere Geschichte.


Bitter, die leichte Version, wurde in England während der Kriege, als Rohstoffe knapp waren, zum populärsten Bierstil. Später ließ auch dort Lager alle anderen Stile an Beliebtheit hinter sich.

Einen neuen Höhenflug erlebten der Bierstil Pale Ale und sein starker Bruder IPA mit dem Einsetzen der Craft Beer Revolution. Junge, „wilde“ US-Brauer holten sich Inspirationen gerne aus führenden Bierländern Europas. Pale Ale und IPA wurden – „modern gehopft“ – zu ikonischen Stilen der Bewegung.

Seit 2016 unterscheidet der European Beer Star zwischen den „New-Style“ und den „Traditional-Style“ Varianten. Mittlerweile wird auf die Diktion „English- Style“ und „American-Style“ verzichtet. Man will der Tatsache gerecht werden, dass seit einiger Zeit in vielen Ländern Flavor Hops gepflegt werden.

Traditional-Style Ales werden mit klassischen Hopfensorten aus Tschechien, Deutschland, oder England eingebraut. Fuggles, Saazer und Tradition geben den Bieren harzige und florale Noten.

New-Style Ales entbinden fruchtige, zitrusartige oder exotische Bouquets. Hervorgerufen durch „Flavor Hops“ aus Amerika, z.B. Cascade, Citra; aus Übersee, beispielsweise Nelson Sauvin. Oder aus Deutschland, etwa Mandarina Bavaria, Hallertau Blanc. Kalthopfung ist für beide Stilbilder erlaubt.

Foto: Thorsten Jauch, Braumeister der Hirsch-Brauerei Honer prüft bei der Expertenverkostung des EBS 2020 „blasse“ Ware.
© Volker Martin